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Mensch ist Mittelpunkt – nie Mittel, Punkt

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Beim Josefstag in Sankt Zeno legten Detlef Scheele, (rechts) und Bernhard Haßlberger (2. v. links) Hand an.   © sro

Josefstag in St. Zeno

Mensch ist Mittelpunkt – nie Mittel, Punkt

von Christoph Hollender

Der Josefstag ist ein Aktionstag für Jugendsozialarbeit. Es gehe darum, jungen und benachteiligten Menschen Chancen zu geben, sagen die katholischen Organisatoren.

Kirchseeon – Nein, Brezn musste dieses Mal niemand aus der Politprominenz backen. Im Berufsbildungswerk auf dem Gelände der Stiftung Sankt Zeno in Kirchseeon fand der 11. Josefstag statt, ein bundesweiter Aktionstag für Jugendsozialarbeit. Mit dabei: Spitzen aus Politik, Kirche und Unternehmertum.

Anstelle Brezn zu schlingen, wie es einst die Bundesministerin Andrea Nahles (SPD) machen durfte, sie war 2015 zu einer Veranstaltung in St. Zeno, wurde beim Josefstag gebohrt und gefeilt. In einer der beiden Metallwerkstätten auf dem Gelände der Stiftung konnten die Besucher den Auszubildenden vor Ort über die Schulter schauen und selber Hand anlegen.

Gefeilt wurde auch in den Köpfen, an neuen Ideen und besseren Möglichkeiten junge Menschen, mit und ohne Behinderungen oder Benachteiligungen, in die Arbeitswelt zu holen, denn: Auf der Strecke dürfe niemand bleiben, lautete eine Botschaft des Tages.

Niemand darf vergessen werden

Der Josefstag ist ein Kooperationsprojekt aus katholischen Vereinen und Organisationen. Heuer gastierte Weihbischof Bernhard Haßlberger, Erzdiözese München Freising, in Sankt Zeno. Er betonte, dass die Jugendsozialarbeit in Einrichtungen wie dem Berufsbildungswerk in Sankt Zeno vor großen Herausforderungen angesichts von Rechtspopulismus stünde. Viele Jugendliche, die aus anderen Ländern geflüchtet sind, werden hier betreut und dadurch Gemeinschaftsprojekte ermöglicht.

So wie das Ausbildungsprojekt eines großen Discounters, der im Landkreis Ebersberg 23 jungen Flüchtlingen die Chance einer Ausbildung ermöglicht. Finanziert wird das Ganze vom Landkreis Ebersberg, der Bundesagentur für Arbeit und dem Discounter selbst. Die Flüchtlinge wohnen auf dem Stiftungsgelände Sankt Zeno. Es gehe darum, jungen und benachteiligten Menschen Chancen zu geben und wegzugehen, von reinem Leistungsdenken, sagte der Stiftungsratsvorsitzende Monsignore Klaus Peter Franzl. Das setze das Berufsbildungswerk um. Es zähle: „Der Mensch ist im Mittelpunkt – nie Mittel, Punkt.“

Den Menschen rückte auch der Hauptredner des Tages in den Fokus: Detlef Scheele, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit – bis 2015 Hamburger Senator für Arbeit und Soziales. Niemand dürfe vergessen werden, sagte er. Und: Nicht so erfolgreich sei bisher die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Da komme ein Ausbildungsprojekt wie das des Discounters im Landkreis gerade recht.

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